E-Assessments – Hochschule Darmstadt – University of Applied Sciences

E-Klausur-Services

Für rechtssichere summative Prüfungen verwendet die Hochschule Darmstadt seit WS 2015/16 LPLUS als Plattform. Pro Semester gibt es ca. 500 Prüfungsfälle. E-Klausuren werden vor allem am Fachbereich Wirtschaft durchgeführt. Dafür wurde auf dem Mediencampus in Dieburg elektronische Prüfungsräume mit 100 Rechner ausgestattet, die während des Semester auch als Laborräume genutzt werden können.
Zudem werden am Fachbereich Maschinenbau und Kunststofftechnik seit ca. 10 Jahren elektronische Klausuren mit Maplesoft.

E-Klausur-System

Pro Semester werden fünf bis zehn E-Klausuren von fünf verschiedenen Dozierenden durchgeführt. Ausschlaggebend für das E-Klausur-System LPLUS war u.a. die Möglichkeit des Einbindens von Fremdsoftware. Wenn in der Klausur mit einer Fremdsoftware (z. B. Excel, Visio etc.) gearbeitet werden soll, so muss diese auf allen Prüfungsrechnern installiert werden. Bei der Nutzung von Fremdsoftware ist zu beachten, dass diese nicht für Zugriffe nach außen abgeschottet werden kann, wie dies bei LPLUS der Fall ist. Wird die Klausur in mehreren Gruppen geschrieben,
die sich an den PCs abwechseln, besteht z. B. das Problem, dass ein*e Nutzer*in die in der Fremdsoftware von seinem Vorgänger erstellte Datei sehen und öffnen kann. Mit diesem Problem muss sich die Laborfachkraft befassen (hier muss ein zweiter LPLUS-Benutzer angelegt werden, der nicht auf die Dateien des Vorgängers/der Vorgängerin zugreifen kann). Für jeden Prüfling wird ein PDF erzeugt, das die richtige Antwort, die ausgewählte Antwort, die erhaltenen Punkte und die vergebene Note etc. beinhaltet.

Elektronische Selbsttests

Elektronische Selbsttests dienen als didaktisches Instrument zur Selbstüberprüfung und werden an der Hochschule Darmstadt in Moodle eingesetzt. Die Studierenden erhalten mittels der Test eine Korrektur und Bestätigung der Selbsteinschätzung ihrer Kenntnisse. Für Dozierende bieten die Tests die Möglichkeit sich einen Eindruck davon zu verschaffen, welche der behandelten Lehrinhalte von Studierenden schlecht verstanden wurden.

Online-Klausuren & E-Portfolios

Online-Klausuren die von zu Hause aus stattfinden sind derzeit noch nicht vorgesehen. Dies gilt ebenfalls für E-Portfolios.

Scan-Klausuren

Seit ca. 4 Jahren nutzen einzelne Lehrende am Fachbereich Wirtschaft auch den Einsatz von Scan-Klausuren mit KLAUS von Blubbsoft .

Rechtliche Bestimmungen

Unsere ABPO formuliert in §12.1„Schriftliche Klausurprüfungen dürfen Multiple Choice-Aufgaben im Umfang von maximal 50% enthalten.“ Dieser Passus bezieht sich auf jegliche Form der schriftlichen Klausuren. Sei es Ankreuztest, Scan-Klausur oder elektronische Klausur.
Neben Multiple und Single Choice-Fragen gibt es in E-Klausuren auch Pulldown-Menüs und/oder Drag&Drop Aufgaben. All diese Fragetypen nennt man juristisch „Antwort-Wahl-Verfahren“ und fallen unter die 50% Regel. Mit „Umfang“ ist die Anzahl der Punkte einer E-Klausur gemeint. Nicht nur aus juristischen, sondern auch aus didaktischen Gründen sollte eine Klausur nicht allein aus Fragen des Typs „Antwort-Wahl-Verfahren“ bestehen, da ein Klausurthema damit zuweilen trivialisiert wird. E-Klausuren bieten verschiedene Möglichkeiten der Fragestellung, die es erlauben eine Klausur dem Gegenstand angemessen gestalten und dennoch zu großen Teilen automatisiert ausgewertet werden kann. Werden beispielsweise nur Fakten in Multiple-Choice-Fragen abgefragt, können diese Fragen mit jeweils einem Punkt bewertet werden, während eine offengestellte Frage, welche mehr kreative Eigenleistung der Prüflinge benötigt, mit zehn Punkten bewertet werden kann.

Der Umfang der Fragen mit „Antwort-Wahl-Verfahren“ darf die 50% auch dann nicht überschreiten, wenn die Klausur nur ein Teil der Gesamtnote ausmacht.

Wichtig beim Konfigurieren der Multiple-Choice-Fragen, ist das für falsche Antworten keine Punkte abgezogen werden. Somit bleibt die positive Leistung der Prüflinge erkennbar. Die LPLUS-Software für elektronische Prüfungen ist so konfigurierbar, dass für teilrichtige Antworten Teilpunkte vergeben werden und nur so viele Antwortfelder wählbar sind, wie richtige Antworten existieren. Lehrende sollten darauf achten, dass ihre Klausur auf diese Weise konfiguriert wird.

Folgende Fragen fallen nicht unter das Antwort-Wahl-Verfahren:

  • Freitextfelder, bei denen einzelne Begriffe oder auch größere Texte formuliert werden sollen.
  •  Antwortfelder, bei denen das Ergebnis einer Berechnung in ein Feld eingetragen werden muss.
  • Fragen, bei denen Fremdsoftware wie Excel oder Visio genutzt wird.

Die Umgebung muss für alle Prüflinge gleich sein in den Aspekten Komplexität, Response-Geschwindigkeit, Versionen der genutzten Software, Zugriffsmöglichkeiten auf das Internet (wenn Internet-Nutzung Teil der Prüfung ist). Unterschiede in der Leistungsfähigkeit der Prüfungsrechner sind irrelevant, wenn sie in Bereichen liegen, die außerhalb der in den Prüfungen notwendigen Performance liegen.

Es ist ausreichend, wenn Klausuren in elektronischer Form archiviert werden. Die Dauer der Archivierung ergibt sich aus § 20 der Hessischen Immatrikulationsverordnung (derzeit 5 Jahre). Die Hochschule muss sicherstellen, dass die Unterlagen in den vorgeschriebenen Zeiträumen sicher sind vor dem Zugriff Dritter und dass die Dokumente in den vorgeschriebenen Zeiträumen lesbar sind. Derzeit werden die Ergebnisse elektronischer Klausuren auf einem Laufwerk des Fachbereichs gesichert, das von IT-DuA bereitgestellt wird und den Zugriff nur für befugte Personen erlaubt. Eine zusätzliche Sicherung auf CD ist auch denkbar.

Räumliche Ausstattung, Ablauf und Organisatorisches

Die Prüfungsräume stehen zurzeit auf dem Campus in Dieburg zu Verfügung. Da sie im Semester auch als Hörsäle genutzt werden sollte sich die Nutzung auf für Prüfungen auf die Klausuren Zeit beschränken. Die Raume sind mit mehreren Rechnern ausgestattet und werden von einer Laborkraft betreut. Die Fachbereiche buchen die Prüfungsräume für den gewünschten Zeitraum und stehen mit der Laborkraft im Austausch. Die Laborkraft muss bei der Prüfung mit involviert sein, um notfalls Probleme zu beheben. Das E-Learning Team stellt die Sticks mit den Prüfungsunterlagen bereit. Die Monitore sind auch Sichtschutzfolien ausgestattet um das Abschreiben zu verhindern. Vor Beginn einer Klausur werden für jeden Teilnehmer Tischkarten erstellt mit den jeweiligen Login Daten. Über die Tischkarten erfolgt auch die spätere Zuordnung der Prüflinge zu den absolvierten Prüfungen. Die Prüflinge bestätigen mit einer Unterschrift, dass sie mit den ihnen zugewiesenen Daten die Prüfung absolviert haben. Die Tischkarten müssen später vom Fachbereich zusammen mit der Prüfung archiviert werden. Der/die Dozierende erklärt zunächst die Navigation durch LPLUS und weist auf den Taschenrechner, das Beenden der Prüfung sowie den Countdown für die restliche Zeit hin. Es ist darauf zu achten nicht alle Rechner zu belegen, sodass bei ausfällen der Rechner gewechselt werden kann. Muss ein Rechner gewechselt werden wird das Administratorkennwort angefragt, welches von dem Lehrenden eingegeben wird. Kommt es zu Problemen vor Ort muss der Fachbereich diese in Zusammenarbeit mit der Laborkraft Abhilfe schaffen, da der Fachbereich für die Zeit der Prüfung die Verantwortung über die Rechner und den Raum hat. Gibt es mehr als eine Gruppe für die Prüfung müssen alle Prüflinge bis zum Ende der Klausur im Raum verbleiben. Die erste Gruppe verlässt dann geschlossen den Raum während die neue Gruppe durch einen zweiten Eingang den Raum betritt. Die vom Team E-Learning bereitgestellten Utensilien müssen nach der Prüfung wieder zurückgegeben werden.

Prüfungsbrowser

Um sicher zu stellen, dass nur die Seite des LPLUS-Servers aufgeht, wird an der h_da der Safe Exam Browser (SEB) verwendet. Dieser Prüfungsbrowser kann nur durch ein Passwort verwendet werden und bietet umfangreiche Konfigurationsmöglichkeiten. Damit die Sicherheit gewehrleistet ist werden die Rechner mit den Prüfungsbenutzern gestartet, welche direkt mit SEB startet. Wenn Fremdsoftware (wie z.B Excel oder Visio) erforderlich ist, können diese nur über bestimmten Tastaturcodes freigeschaltet werden.

Archivierung und Signierung

Zur Archivierung werden sämtliche Aktionen der Prüflinge als Screenprint in einem PDF gespeichert. Abgesehen von den Klausuren müssen auch die zugehörigen Tischkarten Archiviert werden. Die Prüfungs-PDFs können zur Archivierung heruntergeladen werden und z.B auf DVD gebrannt werden. Auch bei E-Klausuren sind die Lehrenden für die Erstellung, Durchführung und Archivierung verantwortlich. Das Team E-Learning kann hierbei unterstützend agieren. Lehrende, die Interesse an E-Klausuren haben, können auf Anfrage beim Team E-Learning eine Einführung in Moodle als auch LPLUS erhalten. Bestandteil der Einführung ist ein Workshop zu E-Prüfungsdidaktik so wie eine Schulung zum Anlegen von Klausurfragen auf LPLUS. Es können auch erklärende Screencast werden. Die Screencasts beinhalten Themen, wie LPLUS für Prüflinge, Monitoring und Nachbewertung für Lehrende und die Archivierung.

Klausureinsicht

Vor der Klausureinsicht findet die Bewertung statt. Da es die 50% Regel gibt (50%-Regel siehe oben.) können nicht alle Antworten automatisiert bewertet werden. Zunächst muss eine Benotung der Freitextaufgaben sowie eine Plausibilitätsprüfung für z.B. Ergebnisse von Rechenaufgaben erfolgen. Der Lehrende kann sich alle Ergebnisse als PDF bzw. in Zip-Format herunterladen und Archivieren. Die Prüflinge können erneut temporäre Leserechte der Klausur erhalten für den Zeitraum der Klausureinsicht. Hierfür muss ein Raum mit PCs vom Fachbereich bereitgestellt werden. Eine Klausureinsicht kann auch einzeln mit den Prüflingen am PC des/der Dozierenden erfolgen. Es kann eine Schnittstelle zu HIS/POS eingerichtet werden. Derzeit müssen die Noten aber noch manuell ins HIS/POS übertragen werden.

Unterstützungsangebot für Lehrende

Lehrende, die Interesse an E-Klausuren haben, können auf Anfrage beim E-Learning Team eine Einführung in Moodle als auch LPLUS erhalten. Bestandteil der Einführung ist ein Workshop zu E-Prüfungsdidaktik so wie eine Schulung zum Anlegen von Klausurfragen auf LPLUS.

Ansprechpartner

Dr. Peter Bünger
Tel.: +49 6151 16 38 83 3
Mail: peter.buenger@h-da.de