Forschung & Publikationen

Kurzübersicht der Publikationen

Eine Studie zur Qualitätsbeurteilung von automatisierten Testwerkzeugen zur Prüfung auf Barrierefreiheit

Abstract

Damit digitale Bildungsangebote von allen Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen gleichermaßen benutzbar sind, müssen diese barrierefrei vorliegen. Sollte dies nicht der Fall sein, können Nutzer*innen, die z.B. ein Bildschirmlesegerät verwenden, nicht auf alle Inhalte zugreifen. Bei einer barrierefreien Aufbereitung helfen automatische Testwerkzeuge, welche Auskunft über vorliegende Barrieren geben. Diese Studie geht der Frage nach, wie die Qualität dieser Tools in Bezug auf Webseiten zu bewerten ist. Dazu werden sieben verschiedene Testwerkzeuge auf Webseiten mit unterschiedlicher Konformität der Web Content Accessiblity Guidelines (WCAG) ausgeführt. Die resultierenden Ergebnisse werden in ihrer Vollständigkeit, Korrektheit und Spezifität untersucht und beschrieben. Ziel der Studie ist es, Entwickler*innen und WebRedakteur*innen verlässliche Testwerkzeuge zu empfehlen, die sie in der Erstellung digitaler barrierefreier Inhalte zielführend verwenden können. Die Ergebnisse der Evaluation zeigen, welche Barrieren zuverlässig aufgedeckt werden und wieso eine vollständig automatische Überprüfung nach dem jetzigen Stand der Tools nicht ausreichend ist.

Veröffentlichung

Mateen, S., Voß-Nakkour, S. & Rustemeier, L., (2020). Studie zur Qualitätsbeurteilung von automatisierten Testwerkzeugen zur Prüfung auf Barrierefreiheit.. In: Zender, R., Ifenthaler, D., Leonhardt, T. & Schumacher, C. (Hrsg.), DELFI 2020 – Die 18. Fachtagung Bildungstechnologien der Gesellschaft für Informatik e.V.. Bonn: Gesellschaft für Informatik e.V.. (S. 157-168).

LernBar 4.6: Barrierearme, für Learning Analytics optimierte Web Based Trainings

Abstract

Das Autor*innensystem LernBar dient der Erstellung von interaktiven Lernmodulen mit methodisch-didaktischer als auch technischer Unterstützung. Es wird von studiumdigitale, der zentralen eLearning-Einrichtung der Goethe-Universität, entwickelt und besteht aus den LernBarKomponenten: Studio (Kurserstellung als Desktopanwendung), Player (Wiedergabe der Lernmodule im Browser) und Portal (Webportal zur Distribution). Durch die Möglichkeit, didaktische Strukturen mit vorgegebener Gestaltung und Navigation einfach umzusetzen, hat sie sich an (Hoch-)Schulen, öffentlichen Trägern und Unternehmen zur Erstellung von Web Based Trainings etabliert. Die LernBar ist ebenso Grundlage für Forschungsprojekte (z.B. [WE18]) und individuelle Entwicklungen (z.B. im Bereich Learning Analytics, adaptives Testen, UX-Design). Im letzten Jahr gab es im agilen Softwareentwicklungsprozess zwei Schwerpunkte, die beforscht und umgesetzt wurden: Eine Erhöhung der Barrierefreiheit der Lernmodule und die Verbesserung der Erfassung sowie Auswertung von Nutzungsdaten der Lernmodule.

Veröffentlichung

Voß-Nakkour, S., Sacher, P., Weiß, D. & Gattinger, T., (2020). LernBar 4.6: Barrierearme, für Learning Analytics optimierte Web Based Trainings. In: Zender, R., Ifenthaler, D., Leonhardt, T. & Schumacher, C. (Hrsg.), DELFI 2020 – Die 18. Fachtagung Bildungstechnologien der Gesellschaft für Informatik e.V.. Bonn: Gesellschaft für Informatik e.V.. (S. 383-384).

Nutzerzentrierter Ansatz zur Behebung von digitalen Barrieren

Abstract

Die Prüfung von Webseiten auf Barrierefreiheit erfolgt nach wie vor noch unzureichend. Das Fehlen von geeigneten Standardtestverfahren ist einer der Gründe, warum Barrierefreiheit im Web so schwierig zu erreichen ist. Dieser Beitrag beschreibt, welche technischen Lösungsansätze sich mittels eines nutzerorientierten Ansatzes erstellen lassen, die automatisch möglichst viele digitalen Barrieren in einer Web-Anwendung abbauen. Es wird ein Entwicklungsframework für barrierefreie User Interfaces vorgestellt, das iterativ erarbeitet wurde. Neben den gewonnenen Erkenntnissen und entwickelten Ideen für technische Lösungen wird auch auf die Methode selbst eingegangen. Das entwickelte Framework AUI wurde entworfen, um für Nutzer*innen einen „barriereärmeren“ Zugang zu digitalen Inhalten u.a. zu eLearning-Angebote zu ermöglichen. Mit einem funktionsübergreifenden Design liefert dieses Framework überschaubare Kernfunktionen, die u.a. von Menschen mit Behinderungen benötigt werden. Das AUI enthält spezifische Merkmale, die auf individuelle Bedürfnisse des Einzelnen abgestimmt werden können, um einer Person mit sensorischen, kognitiven oder körperlichen Behinderungen den Zugang zu einer Web-Anwendung zu ermöglichen.

Veröffentlichung

Giorgashvili, T. & Voß-Nakkour, S., (2020). Nutzerzentrierter Ansatz zur Behebung von digitalen Barrieren. In: Zender, R., Ifenthaler, D., Leonhardt, T. & Schumacher, C. (Hrsg.), DELFI 2020 – Die 18. Fachtagung Bildungstechnologien der Gesellschaft für Informatik e.V.. Bonn: Gesellschaft für Informatik e.V.. (S. 169-180).

Was benötigen Hochschulen, um digitale Barrierefreiheit als Teilhabemöglichkeit umzusetzen?

Abstract

Eine Teilhabe an Bildung und Wissenschaft schließt auch Menschen mit Beeinträchtigungen oder Behinderungen an Hochschulen ein. Es gibt umfassende rechtliche Vorgaben und Empfehlungen, doch leider noch keine einheitliche Barrierefreiheit an Hochschulen, insbesondere in den Bereichen Websysteme und deren Inhalte (Dokumente, Videos, Bilder, Navigationsmöglichkeiten). Dieses Positionspapier betrachtet zum einen die Vorgaben der BITV 2.0, WCAG 2.1 sowie der EU-Richtlinien von 2016 und richtet dahingehend zum anderen den Fokus auf Herausforderungen und Empfehlungen. Auch das diesjährige DeLFI-Motto ist passenderweise “Teilhabe an Bildung und Wissenschaft”. Dabei ergeben sich einige Grundfragen, die vor der Konzeption jedes (inklusiven) Bildungsangebots stehen: Welche Bedarfe und Herausforderungen werden bezüglich barrierefreier Dokumente, Webseiten und deren Inhalte an inklusive Hochschulen gerichtet? Was brauchen Lehrende und Studierende mit Beeinträchtigungen, um zu partizipieren? Hilft eine Einheitlichkeit an digitaler Infrastruktur, wie barrierefreie Systeme (z.B. Lernplattformen), eine inklusive Hochschule zu werden?

Veröffentlichung

Rustemeier, L., Grimminger, S. & Voß-Nakkour, S., (2019). Was benötigen Hochschulen, um digitale Barrierefreiheit als Teilhabemöglichkeit umzusetzen?. In: Pinkwart, N. & Konert, J. (Hrsg.), DELFI 2019. Bonn: Gesellschaft für Informatik e.V.. (S. 27-32).

Zu einer aufbereiteten Übersicht geht es hier entlang: Poster zur Bedarfsanalyse

Digitale Lehr-Lern-Materialien als Beitrag zur Inklusion in Studium und Hochschule – Ein Fortbildungskonzept zur Erstellung digitaler barrierefreier Lernmaterialien

Abstract

Digitale Medien und Informationssysteme sind überall im Studienalltag vertreten, ob als PDF-Dateien, Präsentationen, Online-Videos sowie auch in Form einfacher Webseiten oder als Learning-Management-Systeme wie OLAT. Gerade für Studierende mit motorischen Beeinträchtigungen, einer Seh- oder Höreinschränkung können digitale Materialien eine enorme Erleichterung ihres Studiums darstellen – vorausgesetzt sie sind barrierefrei aufbereitet. Um dieses Ziel zu erreichen muss Barrierefreiheit auf mehreren Ebenen umgesetzt werden: Zum einen muss bei der Entwicklung der Systeme der Hochschule wie Webseiten, Arbeitsumgebungen, Lernplattformen die Barrierefreiheit mitgedacht werden, zum anderen sind auch die Lehrenden selbst in der Pflicht ihre Lehr-Lernmaterialien entsprechend zu erstellen. Bei Lehrenden fehlt jedoch oftmals das Wissen zur richtigen Aufbereitung. Dabei genügen meist schon das Bewusstsein um die Problematik und wenige Handgriffe, um digitale Lernumgebungen zumindest „barrierearm“ zu gestalten und somit „Inklusion“ in digitalen Medien praktisch umzusetzen. Seit 2016 gibt es im Rahmen der Workshopreihe von studiumdigitale an der Goethe-Universität Frankfurt ein hochschuldidaktisches Fortbildungsangebot, in dem Lehrende die barrierefreie Aufarbeitung digitaler Lehr-Lernmaterialien erlernen können. In dem als Blended-Learning-Angebot konzipierten Workshop lernen Hochschullehrende, digitale Barrieren im Lehr- und Studienalltag zu erkennen und erstellen in praktischen Übungen barrierefreie Lernmaterialien wie Skripte, Videos und Visualisierungen. Der Beitrag beschreibt die Konzeption des Fortbildungsangebots sowie die Erfahrungen bei dessen Durchführung, stellt Evaluationsergebnisse vor und gibt einen Ausblick auf die Übertragbarkeit der gewonnenen Erkenntnisse für ähnliche Projekte der Goethe-Universität und anderer Hochschulen.

Keywords: Inklusion; Barrierefreiheit; digitale Medien; Barriere; Workshop; Beratung

Veröffentlichung

Grimminger, Sanja; Voß-Nakkour, Sarah; Eichhorn, Michael; Rustemeier, Linda (im Druck): Digitale barrierefreie Lehr-Lern-Materialien als Beitrag zur Inklusion an der Hochschule. Ein Qualifizierungskonzept zur Erstellung digitaler barrierefreier Inhalte. In: Hericks, Nicola: Inklusion, Diversität und Heterogenität – Begriffsverwendung und Praxisbeispiele aus multidisziplinärer Perspektive, Wiesbaden: Springer VS, S. 309-326